David Wurm von NovoArc wurde für den Rudolf Sallinger Award nominiert!

David Wurm war Teilnehmer der I.E.C.T. – Summer School on Entrepreneurship und derzeit ein Gründer, der Teil der LBG Innovator’s Road ist. Das I.E.C.T. – Hermann Hauser nahm seine Nominierung für den Rudolf Sallinger Award zum Anlass um mit ihm über seinen Werdegang zu sprechen, inwiefern ihm die Programme des I.E.C.T. auf seinem Weg vom Wissenschaftler zum Jung-Unternehmer begleitet und unterstützt haben und vor welchen Herausforderungen NovoArc derzeit steht.

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Nominierung für den Rudolf Sallinger Award lieber David! Das I.E.C.T. ­– Team drückt dir die Daumen.

 

David – könntest du unseren Lesern einen Überblick über deinen Werdegang geben? Wie wurdest du vom Wissenschaftler zum Jung-Unternehmer?

Nun ja, wenn man es genau nimmt, bin ich gerade in einem Zwischenstadium. Derzeit können wir aufgrund einer eingeworbenen Förderung unsere Technologie noch an der TU Wien bis zur Marktreife weiterentwickeln. Im Anschluss daran ist die Firmengründung unserer NovoArc GmbH kommendes Jahr geplant. Dementsprechend ist es nur mehr eine Frage der Zeit bis ich mich dann wirklich als Jung-Unternehmer bezeichnen kann.

Von meiner ursprünglichen Ausbildung bin ich ein „klassischer“ Wissenschaftler. Nach meinem Master in Technischer Chemie, habe ich einen PhD im Bereich Biotechnologie gemacht und anschließend als Postdoc gearbeitet. Ich habe aber nie vorgehabt, eine Universitätskarriere einzuschlagen, da ich hauptsächlich an anwendungsorientierter Forschung und nicht an der Grundlagenforschung interessiert bin. Während meines PhDs habe ich ausschließlich an Industrieprojekten gearbeitet, was mir auch sehr viel Spaß gemacht hat. Vor ca. zwei Jahren haben wir in unserer Arbeitsgruppe eine sehr spannende Technologie entwickelt, die es ermöglicht, Spritzen durch Tabletten zu ersetzen. Ich fand diese Technologie sehr spannend und war deshalb Feuer und Flamme, als die Idee aufkam, die Technologie zu kommerzialisieren. Für mich war das Unternehmertum und die Start-up Welt zu diesem Zeitpunkt ganz neu, aber ich fand es spannend und wollte mich dieser Herausforderung stellen. Was mich besonders an der Gründung einer eigenen Firma reizt, ist die Abwechslung und dass man ständig neue Challenges hat. Es wird nicht langweilig. Dafür nimmt man auch lange und stressige Arbeitstage in Kauf.

Zusammen mit Julian und Oliver, meinen beiden zukünftigen Mitgründern, haben wir es geschafft, eine Förderung einzuwerben, die es uns erlaubt, unsere Technologie zur Marktreife weiterzuentwickeln und ein Team aufzubauen, mit dem das möglich ist. Wichtig war dafür sicherlich das „i²c Diploma Supplement on Innovation“, ein einjähriger Lehrgang über Entrepreneurship, an dem ich teilgenommen und einen ersten Einblick in die Start-up Welt bekommen habe. Beim Abschlussevent des Lehrgangs gab es einen Pitch-Wettbewerb, bei dem ich die Teilnahme für die I.E.C.T Summer School gewonnen habe und auf die LBG Innovator‘s Road aufmerksam wurde.

 

Welche Rollen übernahmen dabei die Programme des I.E.C.T. – Hermann Hauser? Du warst sowohl Teilnehmer der Summer School als auch der aktuellen LBG Innovator’s Road. Inwiefern haben dich diese Programme beim Schritt in das Unternehmertum unterstützt?

Beide Programme waren extrem hilfreich für mich und ich bin froh, dass ich die Chance hatte, daran teilzunehmen. Wenn man von der Universität kommt, sieht man vieles aus der wissenschaftlichen Perspektive. Durch die Leitung einiger Industrieprojekte in unserer Arbeitsgruppe und die zahlreichen Workshops, die ich besucht habe, habe ich gelernt, die wirtschaftliche Komponente immer miteinzubeziehen. Bei der Summer School und der Innovator’s Road konnte ich eine Reihe von Tools und Techniken lernen, die uns unterstützen, unsere Technologie erfolgreich zur Marktreife zu bringen. In zahlreichen 1:1 Mentoring Sessions haben wir den Businessplan geschärft, Finanzpläne und Pitch Decks überarbeitet und die Roadmap für die nächsten Monate und Jahre abgesteckt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Programme ist meiner Meinung nach das Peer-to-Peer Learning. Die meisten Gründer von Start Ups stehen vor ähnlichen Herausforderungen und Problemstellungen. Durch Gespräche mit anderen Gründern können viele Fehler vermieden werden und Erfahrungsberichte über Events, Förderungen oder Investoren ausgetauscht werden.

Das große Netzwerk, zu dem wir Zugang bekommen haben, darf man natürlich auch nicht außer Acht lassen. Der persönliche Kontakt zu Experten war in vielen Situationen bereits sehr wichtig und wir konnten früh Kontakt zu zukünftigen Investoren aufzunehmen.

 

Covid-19 betrifft so gut wie alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Spürst du die Auswirkungen auch in deinem Arbeitsalltag? Wie gehen dein Team und du mit den Einschränkungen um und welche nächsten Schritte sind geplant?

Ja, Covid-19 hat uns anfangs sehr stark getroffen, da innerhalb weniger Tage unser gesamtes Labor geschlossen wurde. Wir mussten alle Experimente stoppen und unsere Bioreaktoren herunterfahren. Mein Team hat aber große Flexibilität gezeigt: so konnten wir im Homeoffice effektiv Daten auswerten, Experimente planen, Literatur-Recherche betreiben, und in online meetings unsere Vision und unsere Ziele schärfen. Mittlerweile haben wir den Laborbetrieb wieder voll aufgenommen und Dank der FFG durften wir unseren Financial Runway um 6 Monate verlängern. Das ermöglicht uns, unseren Prototypen rechtzeitig vor dem Fundraising fertigzustellen, welches für Anfang 2021 geplant ist.

 

Möchtest du mit uns eine prägende Situation auf deinem Weg zur Entrepreneurship teilen?

Da gibt es ein paar Situationen, die mir einfallen. Zunächst war es für mich beeindruckend, wie schnell das Projekt Fahrt aufgenommen hat und wie positiv das Feedback zu unserer Geschäftsidee von Anfang an war. Von einer vagen Idee bei einem Bier mit meinen Co-Foundern haben wir innerhalb weniger Wochen ein valides Konzept ausgearbeitet und wurden motiviert diesen waghalsigen, aber spannenden Weg Richtung Entrepreneurship einzuschlagen. An dieser Stelle möchte ich auch allen Wegbegleitern danken, die uns seitdem unterstützen.

Ein Schlüsselevent war das Hearing bei der FFG für das Spinoff Fellowship. Dort sollte ich innerhalb von 5 Minuten unsere Geschäftsidee pitchen und anschließend gab es eine Q&A Session, ähnlich wie bei „2 Minuten 2 Millionen“. Ich war natürlich ungeheuer nervös, da ich wusste, dass sich dort innerhalb weniger Minuten entscheiden wird, ob wir eine halbe Million Euro Förderung bekommen, oder nicht. Mir war auch klar, dass es ohne die Förderung extrem schwierig sein wird, unser Vorhaben weiterzuverfolgen, und dass somit auch unsere berufliche Zukunft stark davon abhängen wird. Aber wir haben das als Team gut gemeistert und es hat mir im Endeffekt direkt Spaß gemacht vor der Jury zu pitchen und auf die Fragen zu antworten. Als wir dann mehrere Wochen später die positive Entscheidung erhielten, waren wir sehr glücklich und hatten den ersten Schritt in Richtung Start-up erfolgreich geschafft.

 

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen dem Team von NovoArc alles Gute!

Über NovoArc

Viele Medikamente müssen den Patienten durch Injektionen verabreicht werden. Die Technologie von NovoArc macht es möglich, einige dieser Medikamente oral über eine Pille zu verabreichen. NovoArc hat ein biotechnologisches Herstellungsverfahren für spezielle Lipide zur Verkapselung von Medikamenten entwickelt und patentiert. Diese Lipidhülle schützt die Medikamente im Magen vor Säure und Enzymen und ermöglicht eine effiziente Aufnahme im Darm. NovoArc hat bereits einen potenziellen Kunden, und ihr Prototyp wird bis Ende 2020 fertiggestellt sein. Sie sind derzeit an der TU Wien angesiedelt, haben eine Finanzierung bis 2021 und planen im nächsten Jahr die Ausgründung von NovoArc GmbH.

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April 2020

Innsbruck, Österreich

Tanja Gesell und Marco Sealey sind beide SSE-Alumni und Co-Founder von Calyxha. I.E.C.T. – Hermann Hauser hat mit ihnen über ihre Teilnahme bei der Summer School, die aktuellen, bisherigen und zukünftigen Herausforderungen gesprochen.

Des Weiteren dürfen wir dem Team von Calyxha zu ihrem ersten Patent und der gesicherten Startfinanzierung gratulieren!

Links und Informationen

Homepage NovoArc

David auf LinkedIn

David war Teilnehmer der I.E.C.T. – Summer School on Entrepreneurship und ist derzeit Teil der LBG Innovator’s Road. Beide Programme fördern Start-ups ihre Idee in die Realität umzusetzen und setzen an unterschiedlichen Entwicklungsstadien an, um auf die individuellen Bedürfnisse der Jungunternehmer eingehen zu können.

Du hast eine Idee mit Marktpotenzial, brauchst aber Unterstützung bei der Umsetzung und bist neugierig geworden? Erfahre hier mehr zur I.E.C.T. – Summer School on Entrepreneurship oder sende gleich deine Bewerbung ein!

Dein Produkt oder deine Technologie befindet sich schon in einem höheren Entwicklungsstadium und du möchtest auf deinem weiteren Weg von Experten begleitet werden? Dann ist die LBG Innovator’s Road das Programm für dein Start-up. Informiere dich hier oder schick uns deine Bewerbung!

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